Historie der Brauerei Helbig
Die Gründung 1822
Der Grundstein für die Geschichte der Brauerei Helbig wurde 1822 gelegt. Die herzogliche Regierung verlegte ihren Sitz von Weilburg nach Wiesbaden. Herzog Wilhelm von Nassau verzichtete auf das Privileg des Bierbrauens, so dass jeder Bürger Braurechte erwerben konnte. Auch die Witwe des Johann Adam Helbig erwarb Braurechte. Sie war die Gastwirtin des heutigen „Weilburger Hof“. Im Jahre 1822 gab es in der Stadt Weilburg mit 1900 Einwohnern 10 Brauereien. Am 24.März 1822 genehmigte man der Gastwirtin Maria Katharine Helbig die Errichtung einer kleinen Brauerei. Die gesamte Einrichtung bestand damals aus einem kupfernen Braukessel mit wenigen Hektolitern Inhalt und zwei Braubütten mit den dazugehörenden Bierschöpfern, hölzernen Maischscheiten und den Maischgabeln. Einzig die bau- und feuerpolizeilichen Maßnahmen wurden sehr streng beachtet. Damals braute man nur ein Sommerbier, das nur mäßig gelagert werden konnte.
Im Jahre 1825 verstarb Maria Katharine Helbig und hinterließ zwei unmündige Jungen im Alter von 6 und 9 Jahren. Die Brauerei wurde geschlossen, die Gastwirtschaft wurde weitergeführt.
1839-1860
1839 nahmen die Brüder Georg und August Helbig den Betrieb der Gaststätte und Brauerei wieder auf. Die Zahl der Einwohner in Weilburg war mittlerweile auf 2300 gestiegen, die Zahl der Brauereien von damals 22 auf 16 zurückgegangen. Die Brauerei des Karl Rosenkranz hatte sich zu einem blühenden Betrieb entwickelt und stellte eine große Konkurrenz dar. Der Stadtschultheiss und spätere Bürgermeister Schmidt war den jungen Unternehmern von 20 und 23 Jahren wohl gesonnen. Ihre Geschäfte, speziell auch die sehr gut laufende Gastwirtschaft, entwickelten sich in den Jahren 1848 bis 1860 sehr positiv. In diesen Jahren legten sie auch den Grunstock für den späteren Grundbesitz der Brauerei. Man begann ein Winterbier zu brauen, welches in den Monaten Oktober bis März gebraut wurde und über den Sommer zum Ausschank kam, wobei man stark darauf achten musste, dass das Bier im Herbst nicht ausging. Gelagert wurde das Bier auf dem Gelände des heutigen „Felsenkeller“ bei ca. 5° Celsius. Im Zuge der Errichtung der Lahnbahn wurde das Lager auf das heutige Brauereigelände verlegt.
1860 - 1914
1860 übernahm August Helbig als einziger Besitzer die Gaststätte und das Gelände im Ahäuser Weg. Erst im Jahre 1887 wurde vom Königlichen Landratsamt die Erlaubnis erteilt eine Brauerei im Ahäuser Weg zu errichten. Man begann aber bereits ab dem Jahre 1873 damit die Brauerei aufzubauen, wo auch eine Dampfkesselanlage genehmigt wurde. Im Jahre 1898 wurde ein Dampfsudwerk eingebaut. Dieses sollte der Brauerei 70 Jahre gute Dienste leisten. 1906 – im Jahr der 1000 Jahr Feier der Stadt Weilburg – wurde im Hof der Brauerei eine neue Fasshalle errichtet.
1914 bis heute
Auch die Weltkriege gingen an der Brauerei nicht spurlos vorbei. Die vor dem ersten Weltkrieg angesparten finanziellen Reserven gingen im ersten Weltkrieg verloren. Die Brauerei blieb jedoch immer im Besitz der Familie Helbig. 1948 begann man unter Leitung von August Helbig die Bombenschäden zu beseitigen. Der Flaschenkeller wird vergrößert und die Ausstattung mit Maschinen wird moderner. Außerdem entsteht ein neues Kühl-, Gär- und Lagerhochhaus und auch die Filter- und Abfüllkeller werden modernisiert. Man baut eins der modernsten Sudhäuser der Bundesrepublik. Im Zuge des Einbaus eines neuen Dampferzeugers erfolgte 1996 der Anschluss der Brauerei an das Erdgasnetz der Weilburger Stadtwerke.
Die Brauerei Helbig ist auch heute noch im Familienbesitz und bekannt für ihre lange und sehr gute Biertradition.

Weilburger Bier-Insel